Weihnachten im Norden

Da Charly war a ganz a bsonders Vogelbibal: seit er fliang hod kenna, woit er unbedingt ois entdecken und ständig ham erm seine Eltern aus de Aung verloren, weil er wieder unbedingt wos Neis in da Stodt oschaun woit. Amoi war’s da Glockenturm am Marktblotz, a anderes moi hod er de Oachkatzerl in de hohen Baumkronen vo de Baam in da Oidstodt bsuacht.

Am meisten hod si da Charly auf’n Winter gfreit, damit er endlich mit seine Eltern in Süden fliang ko. Es is jeden Dog kälter worn und er hod scho so vui Scheens gheard, dass er’s kaum mehr dawartn hod kenna.

Und dann war’s endlich soweit: es war großer Abflugdog und de Vogelmama vom Charly hod nomoi gschaut, ob ois backlt war, während da Charly no a bissl am roten Turm rumgflong is. Auf da Treppn an da Stadtmauer hod er no a Ameisenkolonie droffa, de aa grod de letzten Vorräte in de Stodtmauern einezerrt ham. Des war so interessant für erm, dass er de Ameisen über a Stund lang ghoifa und si total varratscht hod.

Ois er zum Nest vo de Eltern zruckkemma is, hod’s erm wia an Schlog droffa: Olle warn’s weg! Des gibt’s doch ned, de ganzen Vegl, olle einfach ohne erm obghaun.

Richtig traurig hod si da Charly erstmoi auf a Asterl ghockt und zum Rearn ogfanga, ois auf oamoi sei Oachkatzerlspezi, da Seppi, aus a Baamritzn aussegsprunga is.

„Wos zahnst’n du so?“ hod da Seppi mit seiner cool-lässigen Art gfrogt, „ham’s dir deine Sonnableamekerndl olle zamgfressn? I hob no welche, wenn’s warad!“

„Na, es is vui schlimma!“, hod da Charly erm erklärt, „mei Familie is in Süden gflong und hod mi vergessn. Wahrscheinlich ham’s mi einfach nimmer gfundn, weil i imma so umanandastrawanzn muass….“

„Ach gäh weida“,  hod da Seppi erm geantwortet, „i hob eh no nia verstandn, warum ihr eich imma den Stress mit’m Fliang im Winter machts: de ganze Backlerei und da ewige Luftstau am Brenner oben, do kanntst mi gern hom! Derweil is da Winter bei uns so wos Scheens: überoi san scheene Liachta, de Menschen san aa ned so deppert wia sonst und bei mir im Baam drin is urgriabig! I hob so vui Samen und Nussn, des glangt locker für uns zwoa! Host Lust, dass mia des Jahr Weihnachten zamm feiern?“

Kurz hod da Charly überlegt, aber eigentlich is erm gar koa andere Möglichkeit bliem, wia am Seppi zuazumsong und so is kemma, dass zum ersten moi a kloans Vogelbibal ganz alloa an Winter bei uns verbrocht hod.

Und wos für a Freid de zwoa ghabt ham: richtig lustig war’s beim Seppi im Baam drin, meistens warn’s dann no auf de Christkindlmärkte unterwegs und ham Lebkuachabräsl stibitzt oder san auf’m Brucknglanda vo da roten Bruckn um de Wettn grutscht.

So is oa Dog nochm anderen verganga und ehe ma schaun hod kenna is wieder wärmer und wärmer worn. An oam bsonders scheenan, richtig frühlingshaften Winterdog hod da Charly in da friar auf oamoi lautes Gepfeiffe gheard: de anderen Vegl warn wieder do!

Sofort is er aus’m Baam aussegflong und seine Eltern in de Flügel gfoin.

„Wo warst’n wieder Charly?“, hod sei Muatta vor Glück gwoant, „mia ham di überoi gsuacht und jeden Dog an di docht!“.

„Ja mei“, hod da Charly erleichtert gsogt, „i fliag einfach des Jahr mit eich mit, versprocha! Aber da Winter bei uns is fei gar ned so schlecht, wia ihr imma gsogt habt’s. I hob glaab i 20 Gramm zuagnomma und an Hauffa erlebt, aber des erzäi i eich nochher! Oans wünsch i mir aber no vo eich!“

„Wos denn?“ hod sei Voda gfrogt, „Jetzt, wo ma di endlich wieder ham, erfüll i dir jeden Wunsch“.

„Des Jahr, do fliagt da Seppi mit uns mit in Süden!“


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